3D-Drucke verkaufen in Deutschland: Das brauchst du wirklich

Gewerbe, Steuern, Verpackung, Produktsicherheit, Impressum und Lizenzen: die Checkliste für alle, die in Deutschland 3D-Drucke verkaufen wollen.

Von Daniel Haag · 4 Min. Lesezeit · Stand November 2026

Wer regelmäßig 3D-Drucke verkauft, braucht in Deutschland vor allem sechs Dinge: ein angemeldetes Gewerbe, eine Steuernummer, eine Entscheidung zur Kleinunternehmerregelung, eine Lösung für Verpackungen, einfache Unterlagen zur Produktsicherheit und die Rechte an deinen Designs. Online kommen Impressum und Widerrufsbelehrung dazu. Eine GmbH oder ein eigener Shop sind für den Start nicht nötig.

Das meiste erledigst du einmal und musst es danach nur pflegen. Unten steht die Checkliste in sinnvoller Reihenfolge, zu jedem Punkt gibt es einen eigenen Ratgeber mit Details und Quellen.

Die Checkliste

Was sich gerade ändert

Mehrere Regeln sind 2026 neu. Ältere Anleitungen im Netz sind deshalb oft überholt.

DatumWasQuelle
19.06.2026Elektronische Widerrufsfunktion bei Online-Verträgen§ 356a BGB, IHK Braunschweig
12.08.2026VerpackDG und EU-Verpackungsverordnung ersetzen das VerpackungsgesetzIHK Darmstadt
27.09.2026Hinweis auf das gesetzliche Gewährleistungsrecht vor Vertragsschluss, mit der harmonisierten EU-MitteilungArt. 246a § 1 EGBGB, IHK Düsseldorf
12.11.2026Frist für Änderungen an bestehenden LUCID-Registrierungen§ 68 VerpackDG
09.12.2026Neues Produkthaftungsrecht tritt in KraftBGBl. 2026 I Nr. 321, IHK Ulm
01.01.2028 (Entwurf)Geplante Kassenpflicht über 100.000 Euro Umsatz, noch kein GesetzIHK Köln

Steuern in drei Sätzen

Drei Steuern können dich betreffen, und jede hat ihre eigene Grenze.

  • Umsatzsteuer: Als Kleinunternehmer weist du keine aus, kannst aber auch keine Vorsteuer ziehen.
  • Einkommensteuer: Sie fällt auf deinen Gewinn an, nicht auf den Umsatz. Der Grundfreibetrag liegt 2026 bei 12.348 Euro. Er gilt für dein gesamtes zu versteuerndes Einkommen, dein Gehalt zählt also mit.
  • Gewerbesteuer: Für Einzelunternehmer gilt ein Freibetrag von 24.500 Euro auf den Gewerbeertrag.

Den Gewinn kannst du als kleiner Betrieb als Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben ermitteln. Die Buchführungspflicht nach § 141 AO beginnt erst bei mehr als 800.000 Euro Umsatz oder mehr als 80.000 Euro Gewinn. Sammle trotzdem von Anfang an jeden Beleg.

Plattformen wie Etsy melden Verkäufer ans Bundeszentralamt für Steuern. Davon ausgenommen ist nach § 4 PStTG, wer pro Plattform weniger als 30 Verkäufe und zugleich weniger als 2.000 Euro erreicht.

Was du für den Start nicht brauchst

Drei Fehler, die du leicht vermeidest

  • Alte Vorlagen nutzen. Viele Muster im Netz kennen weder die Widerrufsfunktion noch das VerpackDG. Prüfe bei jeder Vorlage das Datum.
  • Fremde Dateien ohne Lizenzcheck verkaufen. Eine kostenlose Datei ist nicht automatisch zum Verkauf freigegeben. Sichere dir bei jedem Modell einen Screenshot der Lizenz.
  • Die Regelung zur Umsatzsteuer aus Versehen beenden. Eine normale Voranmeldung gilt als Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung und bindet dich fünf Jahre.

Erst rechnen, dann loslegen

Der Papierkram lohnt sich nur, wenn dein Produkt Geld übrig lässt. Prüfe deshalb zuerst die Zahlen. In unseren Produkt-Scores siehst du Preise, Konkurrenz und das Rechterisiko geschätzt für viele Produkte. Mit dem Rechner setzt du deine eigenen Kosten für Material, Druckzeit und Gebühren ein. Das sind Schätzungen und keine Einkommensversprechen.

Das hier ist eine allgemeine Information und keine Rechts- oder Steuerberatung, prüfe deinen eigenen Fall bitte mit deiner IHK oder einem Steuerberater.

Schätzungen stammen von uns, sofern keine Quelle verlinkt ist. Dieser Ratgeber wurde mit KI erstellt. Er ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

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